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OLG Köln: Architekt haftet für Fehler des Statikers

 

Hat der Architekt bei der Errichtung einer Wohnungseigentumsanlage einen Tiefgaragen-Stellplatz nach Vorgaben des Statikers so geplant, dass er ohne Inanspruchnahme eines weiteren Stellplatzes nur noch mit einem Kleinwagen befahren werden kann und die nach der einschlägigen Garagen-Verordnung vorgesehenen Maße nicht mehr eingehalten sind, so ist die Planung mangelhaft.

 

OLG Köln, Urt. v. 24.02.2016 - 16 U 50/15


Die Planung eines Architekten ist mangelhaft, wenn ein Tiefgaragenstellplatz mit einem Mittelklassefahrzeug nicht ohne Inanspruchnahme eines anderen Stellplatzes befahrbar ist und der nach der einschlägigen Garagen-Verordnung vorgeschriebene Einfahrtsradius nicht eingehalten ist.

Auch wenn die mangelhafte Planung auf einer Vorgabe des Statikers beruht, ist der Architekt von seiner Haftung nur befreit, wenn er seinen Auftraggeber auf die fehlende Nutzbarkeit des Stellplatzes hingewiesen und dieser das Planungsrisiko übernommen hatte.

Die Leistung eines Statikers ist mangelhaft, wenn er das Versetzen einer tragenden Stütze aus statischen Gründen als „zwingend notwendig“ bezeichnet, eine solche statische Notwendigkeit aber tatsächlich nicht besteht und durch das Versetzen der Stütze ein Tiefgaragenstellplatz nicht mehr den Anforderungen an die Garagen-Verordnung entspricht und mit einem Mittelklassefahrzeug nicht ohne Inanspruchnahme eines anderen Stellplatzes befahrbar ist.

Zur Beratung in statischer Hinsicht gehört auch die Berücksichtigung von Folgen der Tragwerksplanung auf die Wirtschaftlichkeit und Gebrauchsfähigkeit des Bauwerks.

Der Statiker muss zwar nicht von sich aus die Auswirkungen einer aus statischer Sicht erteilten Empfehlung auf die Nutzbarkeit der Tiefgaragenstellplätze erkennen und berücksichtigen.

Wird er aber auf die Einschränkung der Nutzbarkeit des Stellplatzes hingewiesen, muss er überprüfen und zutreffend darüber beraten, ob die von ihm vorgeschlagene Lage der Stütze tatsächlich aus statischer Sicht zwingend ist.

 

 

5.5.2017

Binz Rechtsanwälte Trier